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Money Laundering through Consulting Firms

Der Artikel befasst sich mit der Eignung von Beratungsgesellschaften für Geldwäschereiaktivitäten sowie den diesbezüglichen Risiken. Der Artikel wurde von Dr. iur. Dr. rer. pol. Fabian Teichmann in Zusammenarbeit mit Madeleine Camprubi verfasst und 2019 im Compliance Elliance Journal veröffentlicht. Beratungsgesellschaften eignen sich im Rahmen der Geldwäscherei besonders gut. Einerseits ist die Festlegung der Preise für Beratungsdienstleistungen intransparent. Andererseits ist der Wert jener Dienstleistungen nicht an objektive Kriterien gebunden. Diese Flexibilität ermöglicht es Geldwäschern, mehr inkriminierte Vermögenswerte in den legalen Wirtschaftskreislauf zu schleusen. Zwar ist es in der Beratungsbranche höchst unüblich, dass Dienstleistungen in bar bezahlt werden. Folglich eignet sich diese Methode weniger für die Phase der Platzierung. Für die Verschleierungs- und Integrationsphase ist eine Beratungsfirma hingegen besonders geeignet. Geldwäscher schleusen gewöhnlicherweise Bargeld in das Bankensystem eines Landes, welches für schwach ausgeprägte Geldwäschereipräventionsmassnahmen bekannt ist, und überweisen anschliessend dieses Geld einer Tochtergesellschaft der Beratungsfirma. Mit der Errichtung einer komplexen Gesellschaftsstruktur von Mutter- und Tochterfirmen im Ausland wird es für Strafverfolgungsbehörden erheblich schwierig, die Eigentumsverhältnisse nachzuvollziehen. Bei der Anwendung dieser Geldwäschereimethode gilt es jedoch folgende Punkte zu beachten. Die Beratungsgesellschaft muss einen seriösen Internetauftritt haben, welcher mit einer kleinen Investition von CHF 5'000.00 zu bewerkstelligen ist. Des Weiteren sollten sich die Büroräumlichkeiten an einer Adresse befinden, die keinen Verdacht erweck. In diesem Sinne sollte die Beratungsgesellschaft nicht an einem Ort domiziliert sein, der für Briefkastenfirmen bekannt ist oder an dem Nachbarn leere Büros bemerken könnten. Zudem sollte die Beratungsfirma tatsächlich Beratungsdienstleistungen erbringen und in diesem Zusammenhang die dazugehörigen Dokumente vorweisen können. Im Rahmen der Beratungstätigkeit sollten Geldwäscher zu hohe Beratungshonorare und Bargeldzahlungen vermeiden, um der Aufmerksamkeit von Compliance-Beauftragten zu entgehen. Um inkriminierte Vermögenswerte zu waschen, können fingierte Rechnungen für Klienten im Ausland ausgestellt werden, welche anschliessend eine Zahlung tätigen, obschon nie eine Dienstleistung erbracht wurde. Der erhebliche Nachteil von Beratungsfirmen in Hinblick auf Geldwäscherei besteht im intensiven Behördenverkehr sowie im Kontakt mit Finanzinstituten. Bei der Gründung von Gesellschaften sind stets Anwälte und Notare involviert. Zudem wird die Gesellschaft in einem Register verzeichnet, weswegen auch Behördenmitglieder von der Existenz der Beratungsgesellschaft in Kenntnis gesetzt werden. Auch im Rahmen sämtlicher Transaktionen ist Vorsicht geboten, da Compliance-Beauftragte ihr Augenmerk auf verdächtige Kontobewegungen richten könnten. Abschliessend gilt es jedoch festzustellen, dass Beratungsfirmen unter Geldwäschern trotz den genannten Risiken eine erhöhte Popularität geniessen.

Zum Autor: Fabian Teichmann ist Rechtsanwalt in der Schweiz, Notar in St. Gallen sowie niedergelassener Europäischer Rechtsanwalt in Liechtenstein. Des Weiteren ist er Verwaltungsratsmitglied in mehreren Unternehmen.

Mehr zu diesem Thema finden Sie in Teichmann, F. & Camprubi M. (2019). Money Laundering through Consulting Firms. Compliance Elliance Journal (CEJ), 5(2), 60-72, 2019.