de en ru it fr

Blockchain Technology and Cryptocurrencies: An Alternative to Central Banking?

Das Kapitel behandelt die Notwendigkeit von Reformen im Zentralbankwesen und im Finanzsystem. Das Kapitel wurde von Dr. iur. Dr. rer. pol. Fabian Teichmann in Zusammenarbeit mit Marie-Christin Falker verfasst und 2020 veröffentlicht. Eine Deloitte-Umfrage zeigt, dass 53% der befragten Unternehmen die Blockchain als eine der fünf wichtigsten strategischen Prioritäten für die nächsten 24 Monate betrachten. Liechtenstein und die EU haben Regulierungen für die Blockchain-Technologie in die Wege geleitet, und Länder wie Venezuela, Argentinien sowie China erwägen die Verwendung von Kryptowährungen. Das Kapitel behandelt auch Stablecoins als potenzielle Alternative zur Fiat-Währung und diskutiert die Compliance-Risiken im Zusammenhang mit Kryptowährungen und der Blockchain. Blockchain ist ein dezentrales Netzwerk, das aus vielen Computern besteht, die als "Nodes" bezeichnet werden. Jeder Node hat eine Kopie der Blockchain, die automatisch aktualisiert wird, wenn ein neuer Block hinzugefügt wird. Die Blockchain erleichtert Transaktionen zwischen zwei Personen oder Unternehmen und erfordert nicht die Einmischung eines Dritten wie eines Finanzintermediärs. Transaktionen auf der Blockchain sind zudem schneller und günstiger als herkömmliche Transaktionen. Die Blockchain kann jedoch nicht reguliert werden und birgt daher viele Risiken. Es gibt viele Anwendungsbereiche für die Blockchain-Technologie, einschließlich der Rechtsübertragung von Rechten in Form von Tokens, der Dokumentation von Stationen in einer Lieferkette, der Ausgabe von Lebensmittelgutscheinen in einem Unternehmen und sogar der Abstimmung. Die geplante Einführung von Facebooks digitaler Stablecoin namens Libra hat Zentralbanken veranlasst, darüber nachzudenken, ob sie selbst digitale Währungen emittieren sollten. Während einige Experten der Ansicht sind, dass nur unabhängige Zentralbanken die notwendige Unterstützung liefern können, um die Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit von Libra sicherzustellen, haben andere Bedenken hinsichtlich der Stabilität und der möglichen Auswirkungen auf die Finanzsouveränität der Länder geäußert. Ein weiteres Problem besteht darin, dass Tech-Unternehmen, die Stablecoins anbieten, möglicherweise Banken als Vermittler zwischen Zentralbanken und Konsumenten ersetzen und dadurch die Einhaltung strenger Konsumentenschutzregeln gefährden könnten. Aus diesem Grund schlagen einige Experten vor, dass Regierungen Anbieter dazu verpflichten sollten, ihre Coins vollständig mit Zentralbankreserven abzusichern.

Zum Autor: Fabian Teichmann ist Rechtsanwalt, öffentlicher Notar sowie Unternehmensberater.

Mehr zu diesem Thema finden Sie in Teichmann, F. & Falker M.C (2020). Blockchain Technology and Cryptocurrencies: An Alternative to Central Banking? In: Sergi, B.S. & Popkova, E.G. (eds.) Scientific and Technical Revolution: Yesterday, Today and Tomorrow, Basel. Springer Nature Switzerland AG, 1532-1550.